Posts tagged ‘Tee’

Die japanische Teezeremonie ist kein so lockeres Ritual, wie in Ostfriesland, sondern läuft nach festgelegten Regeln ab. Diese Regeln beruhen auf der japanischen Philosophie des „Zen“ und kann als eine Art Meditation verstanden werden. Jeder Schritt der Zeremonie soll bewusst ausgeführt und erlebt werden: Es gibt also keine munteres Gerede und Unterhaltungen, wie es bei uns üblich ist; es wird fast durchgehend geschwiegen. Daher ist das Ritual vor allem durch die aufwändige Zubereitung des Tees geprägt, die nach einem ganz genauen Ablauf unterliegt. Traditionell werden für die Zubereitung und das anschließende Trinken des Tees mindestens 24 verschieden Gegenstände gebraucht: vom Teehaus in dem das Ritual stattfindet bis hin zur kleinen Teeschale.

Matcha

Der überwiegend verwendete Tee heißt „Matcha“, welcher ein zu grünem Pulver zermahlener grüner Tee ist („cha“ bedeutet im japanischen übrigens Tee). Während des Rituals wird dieser in einer kleinen Schale mit einem Bambusbesen angerührt. Die Japaner legen bei ihrer traditionellen Teezeremonie also großen Wert auf den meditativen Effekt, das Finden von Ruhe und Harmonie. Um diesen meditativen Effekt zu erreichen bedarf es nicht unbedingt genau dieser 24 Gegenstände und „Matcha“, wie wir finden, sondern kann mit ein bisschen Zeit und Ruhe genauso im europäischen Wohnzimmer nachgeahmt werden!

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Urheber: Ke.We.

Letzte Woche haben wir euch die Teekultur in China vorgestellt – diese Woche wollen wir auch gerne eine Teekultur aus einer deutschen Region – aus Ostfriesland vorstellen. Denn auch die ostfriesische „Teetied“ unterliegt auf einem festgelegten Ritual. Diesem entsammt auch der bekannte Satz „Pro Tasse einen Löffel Tee und noch einen Löffel für die Kanne“. Die ostfriesische Teemischung besteht aus einer Mischung aus Assam-Sorten und wird daher zu einem sehr dunklen und eher kräftigen Tee.

Zu Beginn des Rituals wird die Teekanne vorgewärmt (mit heißem Wasser). Die Zubereitung des Tees besteht aus zwei Phasen. Zuerst wird der Tee mit ein wenig siedendem Wasser aufgegossen. Erst nach wenigen Minuten Ziehzeit wird die Kanne dann vollständig mit heißem Wasser aufgefüllt. Bevor der Tee dann in die Tasse gegossen wird, kommt ein „Kluntje“ (ein Stück Kandiszucker) in die Tasse, welches dann herrlich in der Tasse herrlich knistert. Schlussendlich kommt ein Löffelchen Sahne in die Tasse. Dadurch, dass der Tee nicht umgerührt wird, entsteht eine Schichtung in der Teetasse oder im Teeglas (zum Ende hin wird es immer süßer)! Wenn die Kanne halbleer ist, wird so nochmals mit siedendem Wasser aufgefüllt.

Wer keinen Tee mehr möchte, der dreht einfach seine Tasse um oder legt den Löffel quer über die Tasse. Praktisch, nicht wahr?

Was passt besser zu einem (oder zwei?) Stückchen leckerer Schokolade als eine Tasse frisch aufgebrühter Tee? Aber was ist eigentlich die richtige Methode um Tee aufzubrühen? Wie oft muss er aufgebrüht werden? Und kommt die Milch oder der Tee zuerst in die Tasse? Diesen und anderen Fragen wollten wir einmal nachgehen und euch auf unserem Blog au Chocolat die verschiedensten Teezeremonien unterschiedlicher Kulturen vorstellen…

Kern der chinesischen Teekultur ist das mehrfache Aufgießen des Tees. Hierzu wird überwiegend Grüntee oder „Oolong“ verwendet, da Schwarztee sich für dieses traditionelle Ritual nicht eignet. Die Teeblätter werden in eine vorher heiß ausgespülte Kanne gegeben und zur Hälfte mit kochendem Wasser aufgegossen. Nach kurzer Ziehzeit wird die Kanne dann vollständig aufgefüllt und dann ausgeschenkt. Dieser erste Tee-Ausschank wird „Tee des Wohlgeruchs“ bezeichnet. Wird die Teekanne nun wieder mit frischem Wasser aufgefüllt und der Tee ausgeschenkt, so nennt sich dieser zweite Aufguss „Tee des Wohlgeschmacks“. In der Regel zieht der zweite Aufguss etwas länger als der erste. Häufig wird der Tee noch weitere Male aufgegossen und dann als „Tee der langen Freundschaft“ bezeichnet – wie oft er jeweils aufgegossen wird, ist von Region zu Region verschieden.

Darüber hinaus können auch die Temperaturen beim Aufgießen des Tees variieren (und so völlig verschiedene Geschmacksvielfalten offenbaren) oder Teeblumen als Dekoration verwendet werden. Diese bestehen aus kunstvoll zusammengebundenen Teeblättern, die im Wok geröstet werden und sich erst nach Übergießen mit heißem Wasser vollständig entfalten.

Tibetische Teekultur

Die tibetische Teekultur ähnelt mit den vielen verschiedenen Teeaufgüssen der Chinas. Eine Besonderheit ist jedoch, dass vor allem in den Bergregionen Tibets die Teeblätter zu ziegelartigen Blöcken gepresst werden. Ein Teil dieser Blöcke wird dann im heißen Wasser der Teekanne aufgelöst und über einen längeren Zeitraum hinweg, meist über offenem Feuer, geköchelt. Der Tee wird entweder mit Salz und Yak-Butter (Auch „Buttertee“ genannt), oder aber gesüßter Form mit Milch serviert.

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Ode an London: Teil 2

Die Kunst des Tee-Zelebrierens ist in England eine ganz besonders hohe. Der Engländer und der Afternoon Tea sind so unzertrennlich, wie Weihnachten und der Tannenbaum. Für diese wunderbare Tradition sollte man auch gerne mal einen ganzen Nachmittag Zeit mitbringen.

Wir stellen euch heute einen der traditionsreichsten Orte für den britischen Afternoon Tea vor: Fortnum & Mason. Eines der ältesten Kaufhäuser in London, beliebt nicht nur bei Engländern, sondern da es der beste Afternoon Tea weit und breit sein soll, wird es mittlerweile auch von vielen Touristen aufgesucht. Daher ist eine Reservierung dringend zu empfehlen.

Doch was ist nun eigentlich der englische Afternoon Tea?

Los geht’s idealerweise gegen 15.30Uhr Nachmittags. Man macht es sich auf den mint-grünen Sofastühlen bequem, ein Pianist klimpert fröhlich im Hintergrund, und man wählt erstmal eine Sorte Tee.

Die 10-seitige Karte mit den verschiedensten Teesorten bietet die Qual der Wahl: Von Jubilee Blend über Green Sencha Jasmin bis White Dragon und wieder zurück zum Earl Grey ist alles dabei und man versucht im Idealfall einfach die Sorte seiner Träume zu erraten. Zum Kännchen Tee wird reichlich heißes Wasser dazu gereicht, damit man die Blätter später immer wieder neu aufgießen kann.

Dazu bekommt man eine Etagère voll mit Köstlichkeiten: Eine deftige Etage mit kleinen Sandwich-Happen, sowie eine süße Etage mit himmlischen kleinen Gebäckstücken wie z.B. ein Stück Mini-Sachertorte, Mille-Feuille, Macarons, ein Eclair (man lässt sich überraschen). Auch wird ein Korb mit Scones serviert, einem traditionellen englischen Gebäck das süßen Brötchen ähnelt. Dazu gibt es Fruchtmarmelade sowie das Allerwichtigste: Clotted Cream. Hört sich komisch an und ist tatsächlich: Sahne zum Streichen. Schmeckt wahnsinnig gut und muss man unbedingt mal probiert haben! Das beste am Afternoon Tea ist es, ein frisch gebackenes und noch warmes Scone aufzuschneiden und die warme, fluffige Hälfte erst mit Marmelade und dann mit reichlich Clotted Cream zu bestreichen und zu genießen (die englischen Geister scheiden sich beim Thema erst Marmelade oder erst Clotted Cream…wenn man es praktisch will, Cream hält besser auf der Marmelade als anders herum).

Auf Wunsch gibt es auch von Allem einen Nachschlag, die Häppchen gehen also nicht aus. So lässt sich spielend der ganze Nachmittag plaudernd beim Tee verbringen und man ist danach so satt, dass das Abendessen glatt flach fallen muss.

Fortnum & Mason darf bei keinem Londonbesuch fehlen, selbst ohne Tee ist das Café einen Besuch wert! rWeitere gute Tipps für einen Afternoon Tea in London sind das Langham Hotel nahe Oxford Circus oder das Dean Street Townhouse (mit der am Abstand kuscheligsten Athmosphäre) in Soho.

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